Wie oft genießen wir nach dem Essen oder in einem besonderen Moment des Tages einen Likör? Likör zählt dank seines süßen und aromatischen Geschmacks zu den beliebtesten alkoholischen Getränken.
Süße Liköre haben einen Alkoholgehalt zwischen 15° und 55° und werden hergestellt, indem Alkohol mit natürlichen Aromen wie Kräutern, Wurzeln, Blüten, Samen oder Früchten gemischt wird. Dazu kommen Wasser und Zucker, in manchen Fällen auch Farbstoffe wie Karamell, um eine dunklere Farbe zu erzielen. Der Mindestzuckergehalt eines Likörs liegt in den meisten Fällen bei 100 Gramm pro Liter.
Süße Liköre unterscheiden sich nach Zutaten und Herstellungsweise. Sie lassen sich in drei große Kategorien einteilen:
- Natürliche Liköre: Ihr endgültiges Aroma ist klar definiert und gut erkennbar
- Zusammengesetzte Liköre oder Fantasieliköre: Sie enthalten mehrere aromatische Bestandteile und haben daher ein weniger eindeutig definiertes Geschmacksprofil
- Creme-Liköre: Sie zeichnen sich im Vergleich zu anderen Likören durch einen niedrigeren Alkoholgehalt und eine hohe Zuckerzugabe aus, bis knapp unter die maximale Konzentration, bei der der Zucker kristallisieren würde (mind. 200 bis max. 500 g/l)
Die Geschichte der Liköre
Die ersten Liköre gehen auf das Jahr 700 n. Chr. zurück. Ihre Geschichte ist eng mit der arabisch-mittelalterlichen Welt verbunden, in der durch die Destillation von Blüten und Pflanzen die ersten Essenzen und Duftöle entstanden. Wie bei anderen alkoholischen Getränken war auch hier der ursprüngliche Zweck medizinischer Natur: Destillate aus Blüten und Pflanzen wurden vor allem eingesetzt, um Menschen mit Magen-Darm-Beschwerden zu helfen.
Das erste Auftreten von Likör in Italien wird auf das Jahr 1300 datiert, als Papst Bonifatius VII. von einer schweren Nierenkolik geplagt wurde. Zu seiner Heilung wurde ein Elixier aus destillierten Pflanzen und Wurzeln hergestellt, dem Goldflocken zugesetzt wurden, da Gold als Metall galt, das den Körper reinigen könne. Der Papst wurde gesund, und in den folgenden Jahren färbte man Liköre mit Safran gelb, zu Ehren jenes Destillats, das den Papst gerettet hatte. Über Jahrhunderte blieben Destillate aufgrund der hohen Rohstoffkosten und der noch zu verfeinernden Herstellungstechniken der Medizin vorbehalten.
Die ersten süßen Liköre zum Genuss erschienen um 1500 in Florenz, als Katharina von Medici begann, sie ihren Gästen als Willkommensgetränk anzubieten. Möglich wurde dies durch die Verbesserung der Herstellungsverfahren, wodurch auch die Produktionskosten sanken.
Der entscheidende Durchbruch in der Herstellung süßer Liköre kam Mitte des 18. Jahrhunderts, als der Wissenschaftler Andreas Marggraf Zucker aus Rübensaft statt aus Zuckerrohr kristallisierte. Dadurch wurde die Produktion noch günstiger und zugänglicher. Die ersten Liköre wurden neben Zucker auch mit Honig, Früchten, Orangenschalen und Vanilleschoten gesüßt.
In den folgenden Jahren wurden Italien, Frankreich und Holland zu den wichtigsten Likörproduzenten, auch dank ihres Mikroklimas, das den Anbau verschiedener Gewürze und Kräuter begünstigt.
Der Unterschied zwischen Likör und Bitter
Likör und Bitter sind selbstverständlich nicht dasselbe, auch wenn diese Begriffe häufig verwechselt werden, da beide Getränke gerne nach dem Essen genossen werden. Der wichtigste Unterschied liegt im Zuckergehalt: Wie der Name schon sagt, enthält ein Bitter weniger Zucker als klassische Liköre und hat daher einen eher bitteren Geschmack.
Ein Likör ist ein zuckerhaltiges Getränk auf Alkoholbasis, dem Kräuter, Früchte, Aromen und natürlich Zucker zugesetzt werden. Sein Alkoholgehalt liegt zwischen 15° und 55°. In manchen Fällen werden Farbstoffe verwendet, zum Beispiel Karamell, um dem Endprodukt eine wärmere Farbe zu verleihen. Der Mindestzuckergehalt eines Likörs beträgt 100 g pro Liter, mit einigen Ausnahmen wie Kirschlikör, bei dem 70 g/l erlaubt sind, oder Likören mit Enzian, Wermut oder ähnlichen Pflanzen, für die mindestens 80 g/l vorgesehen sind.
Wie ein süßer Likör hergestellt wird
Für die Herstellung von Likören dürfen ausschließlich natürliche Aromastoffe verwendet werden, die alle durch europäische Vorschriften definiert sind. Zu den häufigsten zählen Kirschen, Aprikosen, Himbeeren, Heidelbeeren, Zitrusfrüchte, Minze und Enzian. Liköre können durch Destillation, Pressung, Mazeration, Infusion, Perkolation oder Dekoktion hergestellt werden.
Nachdem alle Zutaten, also Alkohol, Zucker, Aromastoffe und gegebenenfalls Farbstoffe, miteinander vermischt wurden, ruhen die Liköre über einen Zeitraum, der von 1 bis 2 Monaten bis hin zu einem oder mehreren Jahren reichen kann.
So entstehen zwei Arten von Likör: ein Likör mit einer einzigen aromatischen Komponente und klar definiertem Geschmack oder ein Likör aus mehreren aromatischen Substanzen mit einem komplexeren und reicheren Geschmacksprofil.

Wie man einen süßen Likör trinkt und welches Glas man verwendet
Süße Liköre eignen sich ideal als Genuss nach dem Essen, jedoch nie als Aperitif: Ihr intensiver Geschmack könnte den Appetit mindern. In der Regel werden sie in einem einzigen Schluck und ohne Begleitung getrunken, auch wenn sie immer häufiger zusammen mit trockenem Gebäck serviert werden.
Wie bei Wein und Cocktails braucht auch ein guter süßer Likör das passende Glas. Diese Produkte besitzen sehr feine Geschmacks- und Duftnuancen, und die Wahl des Glases ist entscheidend, um sie vollständig zur Geltung zu bringen.
Der Ballon, auch Snifter genannt, ist eines der am häufigsten verwendeten Gläser für Liköre und Destillate. Diese Glasform zeichnet sich durch einen bauchigen Boden und eine breite Öffnung aus und eignet sich ideal für gereifte Liköre. Für jüngere Liköre empfiehlt sich hingegen ein schmaleres Glas.
Das Tulpenglas ist die bevorzugte Wahl für süße Liköre. Sein langer Stiel, der bauchige Kelch und die leicht ausgestellte Öffnung machen es zum perfekten Glas, um verschiedene Likörarten zu genießen.
Ein besonders strukturierter und körperreicher Likör kann auch in einem niedrigen Tumbler serviert werden. In letzter Zeit wird auch häufig das Grappaglas verwendet. Es ist zwar weniger harmonisch als das Tulpenglas, ermöglicht aber dennoch eine gute Entfaltung der Aromen.
Das Copita-Glas, auch Goblet genannt, ist vielleicht weniger bekannt als die vorherigen Varianten, eignet sich aber hervorragend zum Servieren eines süßen Likörs. Seine Form ähnelt stark einem klassischen Weinglas, seine kleinere Größe sorgt jedoch für eine stärkere Konzentration der Aromen.
Schweitzer ist Großhändler für hochwertige Spirituosen und richtet sich vor allem an Hotels, Restaurants und gehobene Gastronomiebetriebe. Entdecken Sie unsere Auswahl an edlen Destillaten und begeistern Sie Ihre Gäste mit erlesenen Produkten von höchster Qualität.
Einige empfohlene süße Liköre:
Waldbeerenlikör – Dolomiti Alpenfeinkost
Für die Herstellung dieses Likörs wird frisch gepresster Waldbeerensaft mit bestem Destillat veredelt. Der Waldbeerenlikör zeichnet sich durch sein intensives Aroma aus. Eine echte Spezialität aus den Alpen.
Aprikosenlikör – Dolomiti Alpenfeinkost
Der frisch gepresste Saft reifer Aprikosen bildet die Grundlage des Edel-Marillenlikörs, der sich durch sein fruchtiges Aroma und seinen feinen Geschmack auszeichnet. Ein besonderer Likör, der pur oder mit Prosecco genossen werden kann.
Kirschlikör – Dolomiti Alpenfeinkost
Die edelsten und reifsten Kirschen werden von Hand geerntet und gepresst. Ihr Saft bildet die Grundlage für einen außergewöhnlich fruchtigen Likör.
EggLiq: Egg Truffle Cream – Wilhelm Marx
Für diesen EggLIQ, einen Eierlikör, werden ausschließlich frische regionale Eier aus Bodenhaltung verwendet, verfeinert mit Orangenschale und viel frischer Bourbon-Vanille. Ein hochwertiger Eierlikör kann nur aus ausgezeichneten Rohstoffen und traditioneller Brennkunst entstehen!
Raspberry Truffle – Wilhelm Marx
Hergestellt aus feinsten schwarzen Trüffeln und frischen Himbeeren. Nach der Destillation wird das Fruchtfleisch zwölf Wochen lang mit schwarzem Sommertrüffel mazeriert und anschließend nicht weiter filtriert. So erhält der Trüffellikör seine intensive, natürlich trübe Farbe. Ein Likör, der bei Raumtemperatur und ohne Eis hervorragend schmeckt.



